CD Test 10-12
Donnerstag, 23.07.09:
-Billy Talent III (Billy Talent, Alternative)
-Sexismus Gegen Rechts (K.I.Z., Hip Hop)
-Iz On (Söhne Mannheims, Soul-Pop)
+A Rush of Blood to the Head (Coldplay, 2002, Brit-Pop)
CD Test #10
Titel: Billy Talent III
Interpret: Billy Talent
Mit den letzten beiden Alben kürte sich die Rockband unumstritten zu einer der besten Rockbands der Welt. Zwei Jahre arbeiteten die Kanadier nun am neuen Album. Bereits im Voraus erschien der Track "Devil On My Shoulder", so wie die erste Single "Rusted From The Rain", doch Billy Talent bekam in den letzten Tagen sehr negative Kritiken. Dennoch habe ich mir das Album angehört und ich war sehr überrascht.
Das Lied "Devil On My Shoulder" wurde bereits im Frühjahr geleaked und bei Youtube reingesetzt. Schon bei diesem Track spalteten sich die Meinungen. Viele mochten die dynamische Art und den neuen Touch, doch viele verklagten es als Armutszeugnis. Nichtsdestotrotz hat mich das Lied sehr überzeugt. Als eingefleischter Fan der Band, habe ich auch einen guten vergleich zu den vorherigen Alben und kann wirklich nicht klagen. Bereits hier hört man die für das Album auf jeden Fall typische Art zu singen. Benjamin Kowalewicz, der Frontmann der Band, singt sowohl kraftvoll, als auch emotional. Auch im nächsten Track "Rusted From The Rain" bekommt man wieder eine angenehme Kostprobe der Stimme. Nicht nur das, sondern auch ein sehr gutes Gitarrensolo machen das Lied zu einem sehr guten Track. Beide bisherigen Lieder sind im Voraus erschienen, doch der Rest des Albums hat einige Überraschungen offen. Nennen möchte ich vor allem Track #3, "Saint Veronika". Er ist mit Abstand einer der aggresivesten, emotionalsten und wohl auch besten Songs des Albums. Hervorzuheben wäre da auch das Bass Solo. Selten erlebt man einen Track, der tatsächlich bei seinem Tempo so unter die Haut geht. Der vermeintliche Höhepunkt des ganzen Albums, wird jedoch leider etwas von den folgenden Songs "Tears Into Wine" und "White Sparrows" fallen gelassen. Beide Lieder sind nicht schlecht, aber auch nicht mehr als solide. Ich erwarte nicht ausschleißlich Hammer, aber es bleibt doch etwas offen. Auch hier wieder eine tolle Stimme des Sängers. "Pocketful Of Dream" ist mit Abstand der für Fans gewöhnungsbedürftigste Track des Albums, ein sozialkritischer Text, untermalt von einer sehr fremden Melodie, mit der man sich jedoch bei mehrmaligen Hören anfreunden kann.
Nun kommen drei ganz besondere Lieder: "The Dead Can't Testify", "Diamond On A Landmine" und "Turn Your Back". Vor allem ersterer ist aus meienr Sicht mit Abstand der beste Song des Albums. Abgesehen von der perfekten Dosierung und einem genialen Text, der vor allem Kritik an der ehemaligen Regierung Amerikas äußert, bietet hier die Band wieder - erst ab ca der Mitte des Songs einsetzend - einen tollen Refrain. Der folgende Track kann seinem Vorgänger zwar nicht ganz das Wasser reichen, ist aber dennoch sehr überzeugend! Auch hier dreht es sich wieder um die Ära des Präsidenten George Bush. "Turn Your Back" ist auch wieder ein ganz besonderer Song, hier bekamen sie beihilfe der Punkband Anti-Flag. Mal wieder ein Song, der unter die Haut geht. Der nächste Titel "Sudden Movements" kann sowohl technisch, als auch inhaltlich nicht an die letzten beiden Lieder anschließen, zeigt eine ruhigere Fasette, was mich nciht sonderlich stört, aber auch nicht sehr begeistert. Nun kommen wir zum letzten Lied des Albums "Definition Of Destiny", einem sehr interessanten Text und einer soliden Komposition.
Textlich kann man das ganze Album nicht unter eine Kappe stecken, es bietet viel Inhalt, nicht oberflächlich, aber auch keine Offenbarung. Es geht sich um sozialkritische Themen, Leid und menschliche Gedanken. Technisch ist das Album sehr interessant, die Melodien, Rythmen und Abweichungen wie Soli sind zum größten 'Teil sehr gut, es ist zwar nicht alles super, aber ich finde das im Ganzen sehr gelungen. Stimmlich bietet es wieder etwas ganz neues, was jeder für sich selber entdecken sollte.
Fazit:
Ich weiss nicht, warum man das Album so verdammt hat. Es ist aus meiner Sicht genauso gut wie "Billy Talent II", wenn nciht sogar besser, was jedoch bei einem ziemlcih neuen Stil schwer zu sagen ist. Es ist msuikalisch vielseitiger, bietet solide Lyrics und viele interessante Neuigkeiten, die jedem Billy Talent Fan gefallen sollten.
Für das gute Album gibt es 18 von 20 Punkten.
CD Test #11
Titel: Sexismus Gegen Rechts
Interpret: K.I.Z.
Die berliner Hip Hop Crew ist bekannt für seine provokanten, sarkastischen und rücksichtslosen Texte. 2009 legen sie nun direkt wieder mit ihrem neuen Album "Sexismus Gegen Rechts" nach. Die drei Rapper wollen mit dem Album ihre relativ hohe Messlatte wieder übertreffen. Ich bin gespannt, ob die so gelobte Platte tatsächlich so bombastisch ist. Ein Album, das mir besonders schwer fallen wird, zumal ich die Band nie wirklich gut fand.
Fangen wir direkt mal mit Track 1 an: Rohmilchkäse. Der Auftakt des Albums konnte mich irgendwie nicht wirklich überzeugen. Es hat einen ganz lustigen Text, der jedohc nciht viel Bedeutung hat. Der Beat ist - ich muss es leider so sagen, tut mir Leid - grottig. So musste ich Verbindungen wie Hip Hop Subgenren wie Miami Bass suchen, doch ich konnte am Ende einfach nur feststellen, dass die Produktion mager war. Der zweite Track ist dann schon wieder sehr anders. Ein Stimmungstrack, der auf einer soliden Produktion absiert. Bisher warte ich ncoh auf den typischen K.I.Z. Stil. "Halbstark" gefällt mir sehr gut, das Cover der Toten Hosen, ist ein lustiger Song, nicht der absolute Burner, aber er ist gut. "Rauher Wind" erinnert dann wieder an Thomas D.; es ist ein guter Song, leider ist der Beat aber auch hier wieder nicht so toll. "Eintritt" ist dann wieder lyrisch und raptechnisch sehr gut, der Beat ist okay, aber der Rest ist sehr gut. "Ohrfeige" ist mir dann - vor allem für diese Crew - etwas zu oberflächlich. Der Text lässt wirklcih zu wünschen übrig, der Beat erinnert sehr an Miami Bass, ist aber nicht besonderes. "Straight Outta Kärnten" - Anspielung auf "Straight Outta Compton" der Hip Hop Legenden N.W.A. ist ein track, mit dem amn sich anfreunden kann, der jedoch lyrisch zu wünschen übrig lässt. "Selbstjustiz" ist eine super Produktion, toller Text, gut gerappt, der bisher beste Song. Passt optimal zum letzten Track, zwar nicht ganz so gut, aber erweist sich auch wieder als typischer K.I.Z. Song. "Hurensohn Episode 1" bietet auf siene Art und Weise etwas neues, man könnte schon fast sagen "etwas mysteriöses". Ein Track den ich wirklich für mich entdecken konnte. Man sollte sich nciht vom Titel abschrecken lassen, ein interessantes Lied.
"Preisschild" gefällt mir nun wirklivh nicht, ist aber ein interessantes Lied. Ich wunder mich nich, wenn es einigen gefällt. Recht gute Produktion, aber ein schlechter Text, mit dem sie sich aus meiner perösnlcihe Meinung selber beleidigt haben. "Das System" ist wieder ein eher schlechter Track, mit dem sie versuchten, Kritik an der Politik bzw "dem System" zu äußern. "Klopapier" ist ein cooler Partytrack, der Punkelemente aufweist, aber aus Sicht eines Punkfans eine schlechte Gitarrenproduktion aufweist. "So Alt" ist wieder... ja, das fängt es schon an: Was ist der Song? Ist es Kritik? Nein... Ich weiss es nicht, ein schwacher Text, ein solider Beat. Nun kommen wir zum letzten Lied "Töten". Es wirkte erst wie ein richtig guter Song, aber dann hab ich gemerkt, dass es gar nciht so gut ist. Der Beat ist etwas einklängig und der Text ist auch nicht so besonders gut.
Nach insgesamt dreimaligen Hören fielen mir insgesamt drei gute Tracks auf, einen davon hab ich mir gespeichert, die meisten Songs hatten einen sehr schwach produzierten Beat, die Provokatiopn in den Texten fehlte auch sehr - anstatt dessen hat man mehr auf Kritik an der Politik gesetzt, was jedoch Leute wie Eminem oder Nas nicht nur besser, sondern auch ganz klar intelligenter umgesetzt haben. Flowtechnisch hat das ganze auch nur 4 oder 5 gute Songs, der Rest liegt ungefähr auf dem - auch hier entschuldige ich mich für meinen Ausdruck - Anfängerniveau.
Fazit:
Teilweise hat man gehört, dass die Band was kann, der Rest ist jedoch ziemlich mager ausgefallen, meist in allen Kriterien. Hier hat ganz klar der Deutschrap wieder versagt, es gibt gute Tracks, aber trotzdem kann ich wenig positives hervorheben. Das ganze ist teils sehr experimentell, teils aber auch sehr flach. Hip Hop war schon wesentlich besser.
Für das Album gebe ich nur 6 von 20 Punkten!
CD Test #12
Titel: Iz On
Interpret: Söhne Mannheims
5 Jahre liegt die Veröffentlichung der letzten LP der deustchen Pop-Soul Gruppe des Sängers Xavier Naidoo zurück und jetzt veröffentlichen sie ihr schon lange erwartetes Album "Iz On". Ich fand die Band nie wirklich super, erwarte aber trotzdem eine interessante Weiterbildung.
Fangen wir direkt mal an: "Die betroffenen Gebiete" ist, wie erwartet, eine ruhige Ballade. Dabei steht anstatt ein häufiges "Gesülze" diesmal vor allem der Klang der Instrumente im Vordergrund. Sehr netter Auftakt. Die dem Album gleichnamige Single "Iz On" ist da schon anders. Vor allem die Energie des Songs zeichnet ihn aus. Die Gitarre erinnert schon fast an Limp Bizkit, troltzdem bleibt die Spur des klassischem Sounds der Gruppe noch erhalten. "Ich wollte nur deine stimme hören" ist dann wieder im typischen Xavier Naidoo Sound gehalten, ein solider Track. Die folgenden beiden Lieder sind jedoch wieder etwas geladener, eine nette Abwechslung, die man immer mal wieder einlegen kann. Umso weiter man das Album hört, desto emhr stellt man fest, dass alles seinen eigenen Sound hat, dennoch alles eienn gewissen Wiedererkennungswert der Band besitzt. So erinnert "I'm There" oder "Kraft unseres Amtes" zum Teil an einen Hip Hop Track, "Sommerlied" an einen Reggae Song und "This is only a begginning" erweist sehr strake Piano- und Synthspuren auf. Bei vielen Tracks merkt man sofort eine positive, bei einigen eine negative Stimmung. Dennoch fehlt mir für die Band die Tiefgründigkeit, für die sich vor allem Frontmänner Xavier Naidoo und Tino Oac auszeichnet.
Auch die Single "Das hat die Welt noch nicht gesehen" bietet sehr viele akkustische Elemente. Der Song bietet jedoch auch wieder eine gewisse Oberflächlichkeit, die die Band viele Kritiker zum Gegner machte.
Fazit:
Lyrisch ist das ganze Album nich sonderlich stark und auch die Melodien sind teilweise sehr unumfangsreich und gehen nicht unter die Haut, womit die Band schon immer auf sich aufmerksam machte. Das ganze ist teilweise ein sehr experimentelles Album, Fans werden es sicherlich mögen, allen anderen kann ich es nicht sonderlich empfehlen.
Ich gebe 10 von 20 Punkten.
Titel: A Rush of Blood to the Head
Interpret: Coldplay
Jahr: 2002
Ich habe lange nach einem geeignetem Album gesucht und dann Coldplay gefunden. Das Album hat wohl Geschichte geschrieben und ich hab mir überlegt, es mir direkt nochmal anzuhören und eine Kritik zu schreiben. Schon 7 Jahre ist es her, dass Coldplay den Long Player veröffentlichte. Wer coldplay mag, dem empfehle ich, weiterzulesen.
Der erste der elf Titel "Politik" legt sofort eine sehr rockige und ruhige Nummer vor. Der Track bietet eine optimale Einführung in das Album. Gefolgt von dem Opener kommt die erste Single "In My Place", die ein eher langsames Tempo anlegt, trotzdem ist der Song sehr gefühlsstark und dynamisch. Sicherlich werden sich einige noch an das Lied erinnern. Das nächste Lied "God Put A Smile Upon Your Face" ist ein typischer Song der Band. Vor allem der Inhalt überzeugt hier sehr. Es ist wahrlich nicht der beste Track des Albums, aber ein sehr schöner und vor allem ruhiger Song. "The Scientist" gehört auch wieder zu einem ruhigen Song, jedoch besteht der Song fast nur aus Piano und Gesang. Dabei geht die Stimme des Frontmanns der Band Chris Martin wirklcih unter die Haut wie selten. Ganze 5 Minuten trifft der Song genau die richtige Stelle im Herz. "Clocks" ist bis heute einer der genialsten, wenn nicht sogar der genialste Song der Band. Ich kann nciht sagen, was den Song ausmacht, aber es sollte auf jeden Fall jeder mal gehört haben. "Daylight" erinnert wieder an den dritten Track des Albums, nichts geniales, aber gut. Dennoch hat das Lied einen netten Text und ist ganz gut, dass Album zu überbrücken.
Nun setzt mein persönlicher Höhepunkt des ganzen an. "Green Eyes" ist einer der besten Tracks des Albums, zwar nicht radioreif, aber wenn man das Lied hört, kann es einem nur gefallen. Es besteht nur aus der Akkustikgitarre des Sängers und dem Gesang. Eine tolle Melodie, ein toller Gesang. "Warning Sign" ist ein Lied, das ich seit 3 Jahren ungefähr immer mal wieder höre. Es bringt das ganze Album auf den Punkt, verbindet alles, was es zu bieten hat und überzeugt mal wieder mit der Stimme Chris Martins. Der Song "A Whisper" schließt direkt an und zeigt wieder eine rockigere Fassade, was aber nicht heißt, dass es nicht passt. Diesmal überzeugt vor allem der Bass der Band. Im Gesamten ist der Song auch sehr überzeugend, vor allem seine ausgefallene Art. Der dem Album gleichnamige Song erinnert sehr stark an "Warning Sign", ist jedoch keine Kopie, sondern hat auch wieder seine eigene Melodie und Rythmus, vor allem der Text ist wieder klasse. Der Abschluß "Amsterdam" schließt das ganze Album ab und hat den Höhepunkt bis zum Ende gehalten. Es setzt auch wieder das Piano ein, den Rest des ganzen muss jeder für sich entdecken.
Fazit:
Musikalisch ist das Album ein wirklich super Long Player, textlich ist es auch sehr geeignet für jedes Wohnzimmer. Es gibt nicht viele Alben, die man drei Jahre lang immer weider einlegt und einem nie auf die Nerven gegangen ist. Für Fans der Band ist das Album ein absolutes Muss, allen anderen, die sich mir Brit-Pop anfreunden können, kann ich das Album nur empfehlen.
Ich gebe dem Album 18 von 20 Punkten!